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Alt 19.03.2012, 22:42
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Arek Arek ist offline
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Pfeil [Str-Dryade] Die Aufzeichnungen - Der Wahnsinn kennt keine Grenzen ...

Tag 0 Beastlog

Wie jeden Abend mache ich, Beastlog, zwischen den Kämpfen ein Stündchen Pause, um die kleine Taverne am Ende des Marktes zu besuchen und um ein, zwei, vielleicht auch drei Becher Met zu mir zu nehmen, um danach wieder gestärkt *hüstel* in die Arena zurückzukehren.

Eine Windböe weht mir ein zerfleddertes Stück Pergament ins Gesicht. Ich will es gerade zerknüllen und wieder wegwerfen, als mir das Wort "Stärkenymphe" ins Auge fällt. Neugierig geworden entfalte ich das Pergament und siehe da, es ist ein alter Wettschein ...

"Sie hat es wirklich geschafft ... Das ist lächerlich ... Eine Nymphe, die denkt, sie könne mal so werden wie ich?"

In Gedanken versunken trabe ich langsam weiter, mein Schwert über der Schulter, den Schild auf dem Rücken ... und *rrrumps* ... was war das denn?
Ein ziemlich zerstreut wirkendes Männlein versucht krampfhaft seine Pergamentrollen aufzusammeln und neu zu ordnen. "Wer bist du denn?" frage ich. "Herrjeh, du grober, tölpeliger Teufel! Ich bin der Buchmacher ... Schau was du angerichtet hast, es wird Wochen dauern, bis ich das wieder in Ordnung gebracht habe!" raunzt er mich an.
"Hab dich nicht so." brummel ich vor mich hin. "Komm, ich lad dich in die Taverne ein, trink mit mir ein Becherchen Met."
Der Buchmacher willigt zögerlich ein und wir machen uns auf den Weg in die Taverne.

Dort angekommen regt sich schon das nächste Ärgernis, da sitzt doch nicht wirklich so ein schmächtiges Elfchen auf meinem Stammplatz? Ich will mich gerade auf ihn stürzen, als ich sehe ... es ist dieser Artea, die Stärkenymphe. "Das wird ein Spaß!" denke ich mir und so gebe ich ihm einen heftigen Klapps auf die Schulter, als wir uns uneingeladen neben ihn setzen.

"WIRT ...!?! Bring eine Flasche deines besten Mets, wir haben Durst!!!"
Alles schweigt, erst der dritte Becher lockert die Zungen der beiden. Die Nymphe stammelt "Ihr trinkt viel Ork, ich dachte, ihr ernährt euch nur von diesem pampigen Brei und Wasser?"
"Hast du ein Problem damit?" frage ich schroff zurück.
"Nein ... ich ... dachte nur." erwidert die Nymphe.
"Ich denke, du willst ein Ork sein Artea? Orks denken nicht, sie handeln gleich." fügt der Buchmacher hinzu.
"WIRT?! Mehr Met!!!"
"Ich habe alles gewonnen, was es zu gewinnen gab." gibt Artea zurück. Ich fange laut an zu lachen. "Das macht dich noch lange nicht zu einem von uns. Geh in deinen Garten zurück, du wirst nie einer von uns werden! Ich, Beastlog, der erste Teufel der großen Arena, sage Dir ... schau dich an, du bist schmächtig ... und dein Geruch ... er ist widerlich ... Blumenduft ...".
"WIRT!!! Bring uns endlich mehr Met!!!"

Der Buchmacher taut nun auch langsam auf und fügt hinzu "Also ich mag seinen Duft, von Orks und deren Gerüchen habe ich erst einmal genug, in den letzten Wochen wurde ich von so einer Bande halbwüchsiger Orks aufgehalten... ich habe es..." - "Ach, brabbel nicht!" unterbreche ich den Buchmacher.
"Echte Orks geben sich doch nicht mit Schreiberlingen ab, wir Orks sind in der Arena die Stärksten, wir hauen alles um. Selbst wenn man uns die Waffen nimmt, so haben wir immer noch unsere bloßen Fäuste. Wir Orks gewinnen unsere Kämpfe sogar im Nahkampf!"
"DAS kann Artea auch!" schreit mich der Buchmacher an.
Wir halte inne, ein Grinsen stiehlt sich in unsere Gesichter ... Wir schauen beide Artea an und er schaut mit großen Augen und offenem Mund zurück.
Artea ruft: "WIRT? Bring mehr Met!!!"

Er nimmt einen riesigen Schluck, lässt den Becher auf den Tisch krachen, wischt sich den Mund mit dem Ärmel ab und sagt: "Was Orks können, kann ich schon lange, nur mache ich es nicht levelweise, sondern ich trete meine gesamte Reise zum Elite3 im Nahkampf an! Hier sind 40 Silberlinge, Buchmacher! Nimm das als meinen Einsatz, ich werde es diesem Ork schon zeigen, zu was reine Willenskraft und Ehrgeiz fähig sind!!!"

Um uns herum bricht schallendes Gelächter aus, der ein oder andere Besucher der Taverne scheint unser Gespräch verfolgt zu haben.
Ich halte einen Moment inne und dann bin ich mir sicher ... "Ich halte deine Wette und setze 40 Silberlinge auf deine Niederlage! Buchmacher? Mach das, was du am besten kannst, die Bedingungen kennst du! Nymphe, lass uns unsere kleine Wette mit einen Schluck Met besiegeln. WIRT? Bring uns noch eine letzte Flasche Met und mach mir die Rechnung, die beiden hier sind heute meine Gäste!"

Gemeinsam stoßen wir an und somit ist es besiegelt. Ich werde bald sehr reich sein ... oder sollte es doch ganz anders kommen?
Ich begebe mich wieder auf den Weg in die Arena. Vielleicht sollte ich das genauer im Auge behalten. Der Buchmacher wird es zwar sowieso verfolgen, aber ich traue ihm nicht so recht ...

Das wird ein Spektakel!


Tag 0 Der Buchmacher

Herrjeh, herrjehmineh ... Was ist mir da nur wiederfahren ... Die Flecken, die Eier und Tomaten auf meinem Marktkarren hinterlassen haben, sind noch nicht verblichen, da droht schon das nächste Ungemach ...

Eigentlich wollte ich morgen diesen Marktflecken verlassen und mir eine etwas gastfreundlichere Stadt suchen, da muß mich dieser Teufel über den Haufen rennen und als "Wiedergutmachung" in diese stinkende Taverne schleifen *seufz*.
Als wäre ein Übel nicht schlimm genug, treffen wir dort auf diese persönlichkeitsgestörte Elfe - und nun beginnt der ganze Wahnsinn von vorne. Nun gut, man wird mich ohnehin nicht in Frieden ziehen lassen ...

In Gedanken versunke überschlage ich meine nächsten Aufgaben ... Ich werde meinen Marktstand wieder aufbauen müssen, auf daß dort erneut >>> Wetten <<< abgegeben werden können ... und ich sollte den Platz vor meinem Stand säubern lassen, damit Besucher sich dort wieder dem >>> Tratsch <<< über dieses Ereignis widmen können ...

Es gibt viel zu tun!


Tag 0 Artea

Spät in der Nacht verlasse ich die Taverne. Nachdem die kühle Nachtluft das Brummen in meinem Schädel etwas vertrieben hat, realisiere ich langsam, auf was ich mich da eingelassen habe … Im Nahkampf bis Lvl 90 … der Met muss mir völlig das Hirn vernebelt haben. Was soll ich nun tun? Ich kann unmöglich einen Rückzieher machen ohne mein Gesicht zu verlieren. Ich beschließe, erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen.

Am nächsten Morgen beginne ich, mir einen Schlachtplan zurechtzulegen. Ob dieses Vorhaben überhaupt möglich ist? Als Str-Nymphe kam ich sehr gut durch, aber dies im Nahkampf zu schaffen ist ein ganz anderes Kaliber. Im Gegensatz zu meinen bis an die Zähne bewaffneten Gegnern werde ich noch einmal ziemlich an Schlagkraft einbüßen – zusätzlich zu meinen ohnehin ja vorhandenen sonstigen Nachteilen. Ich kann nicht sagen, ob ich es schaffen werde, aber ich werde alles mir mögliche versuchen, um es diesem arroganten Teufel zu zeigen!

Nur ... wie sollte ich vorgehen? Ich habe gehört, dass man selbst im Nahkampf noch Gegner betäuben kann, diese Fähigkeit zu erlernen könnte eine Chance sein. Zudem muss ich mir eine neue Reihe an Fertigkeiten aneignen. Die Zwerge haben mich mit ihren Doppelschlägen beeindruckt, ich denke, das könnte sehr gut harmonieren. Ich eile in die Taverne und suche einen der Zwergenmeister auf. Nachdem ich mich von diesem leicht grummligen, dickbäuchigen Kerl unter den Tisch habe saufen lassen, willigt er schließlich ein, mein Lehrer zu werden.

Na das kann ja heiter werden …

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Nachteil in Zahlen:
- 15 Statpunkte weniger
- 14% weniger Schaden (wegfallender Rassenbonus)
- 20% weniger Schaden (Nahkampf)
- Verzicht auf eine Spezialfähigkeit
  #2  
Alt 20.03.2012, 00:04
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Arek Arek ist offline
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Tag 1 – Artea

Ich wollte mein neues Unterfangen zunächst geheim halten, um zu sehen, ob ich überhaupt eine realistische Chance habe - aber dies war wohl eher ein Wunschdenken ... Tag 1 meines neuen Experimentes und schon überziehen Teufel und Buchmacher die Stadt mit dieser Neuigkeit - nun gibt es kein zurück mehr!

Ich stürze mich also mit bloßen Fäusten erneut als Lvl 1 Char in die Arena. Mir sind ein paar Gegner bekannt, die dies ebenfalls tun, also greife ich zunächst diese Chars an und meide die bewaffneten. Zumindest trage ich volle Rüstung und kann sie daher besiegen, auch wenn die Faustduelle knapp sind.
Mit Lvl 2 bleibt mir nichts anderes übrig, als weiterhin diese Gegner anzugreifen, denn auf gleichem Lvl finde ich keine Faustkämpfer vor und bewaffnete Chars würde ich nicht besiegen können. Diese zwei Lvl kann ich immerhin ohne Niederlage absolvieren.
Mit Lvl 3 stehe ich vor einem Problem, die Arenawächter verhindern, dass ich weiterhin die Lvl 1 Chars angreifen kann, Faustkämpfer gibt es auf meinem Lvl und darunter aber nicht, also muss ich mich nun an die bewaffneten Chars wagen. Selbst die schwachen, ein Lvl tieferen, schaffe ich nur mit Glück und einige Kämpfe verliere ich auch.
Lvl 4 zu erreichen ist dann auch wie eine Erlösung für mich, endlich kann ich meine Ausrüstung verzaubern und mir so einen Vorteil verschaffen. Ich greife zunächst probeweise ein Lvl höher an, etwas später auch zwei. Das klappt zumindest recht gut.
Mit Lvl 8 kann ich regelmäßig +3 Chars angreifen, Niederlagen sind nun immerhin selten. Am Ende des Tages erreiche ich Lvl 9.

Schweißgebadet suche ich meine Unterkunft auf. Im Nahkampf vorwärts zu kommen, ist verdammt anstrengend, aber ich habe die ersten Lvl gemeistert!


Tag 2 – Artea

Nach dem gestrigen schweißtreibenden Beginn verläuft der heutige Tag wesentlich entspannter. Mit Lvl 9 kann ich meinen ersten +4 Sieg erringen und ab Lvl 10 greife ich regelmäßig +4 an. Niederlagen muss ich kaum eine hinnehmen. Die Fähigkeit doppelt zuschlagen zu können, die mir der Zwergenmeister beigebracht hat, macht sich wirklich bezahlt. Ich erreiche heute Lvl 24, wie schön wäre es, wenn das weiter so laufen würde.

Am Abend genieße ich noch ein wenig die ersten warmen Strahlen des nahenden Frühlings und versinke dabei ins Grübeln. Zu meinem Vorhaben an sich bekomme ich sehr zwiespältige Reaktionen. Ein kleiner Nachwuchswaffenschmied aus meiner Gilde überreichte mir heute eine Sammlung seiner schönsten Arbeiten, auf dass ich sie verzaubern und als Talisman bei mir tragen solle. Benutzen kann ich sie ja nicht. Und mein Rüstungsschmied will mir Stacheln an meiner Rüstung anbringen, damit ich diese als Waffe nutzen kann.
Daneben gibt es aber auch einige missgünstige Stimmen. Sogar in den eigenen Reihen lachen mich Leute ob meines Vorhabens aus und wollen mich scheitern sehen. Worte wie „seltsam“ und „verwirrt“ sind da gefallen und dass man mich in anderen Arenen gar nicht erst als Kämpfer zulassen würde. Ganz zu schweigen davon, dass man mich in der gesamten Arena nun als „die irre Dryade“ betitelt.

Nachdenklich besehe ich meine zerschundenen Knöchel. Bin ich wirklich irre, nur weil ich einen vollkommen anderen Weg gewählt habe als andere Arenakämpfer? Mein Halbbruder, selbst bereits ein gestandener Teufel, lachte nur über dieses Gerede und meinte, ich solle diesen Leuten meine Antwort in der Arena geben, das wäre immer die beste Lösung, um sie zum schweigen zu bringen.
Recht hat er … Ich schwinge mich auf und kehre zu meiner Unterkunft zurück. Ich habe schon soviel erreicht, ich kann auch diese Herausforderung meistern.


Tag 3 Beastlog

Meine allabendliche Pause in der kleinen Taverne lasse ich wohl heute ausnahmsweise ausfallen, statt dessen nehme ich den "Met auf Rädern"-Service in Anspruch, die aktuellen Geschehnisse in der Arena kann ich mir ja nicht entgehen lassen ...

Level 24 ist das kleine Elfchen nun ... wie süß *schallend lach*. Du denkst es ging bisher schnell ... Elf? Ja, Elf nenne ich dich, Dryade!
Komm zur Besinnung, benehme Dich wie es Deinesgleichen zusteht und dann, ja dann akzeptiere ich dich als würdigen Elite 2, als Dryade ... du Elf!
Ich, Beastlog, der mächtige Teufel ... *der Bote des "Met auf Rädern"-Service erscheint mit gleich drei Flaschen Met* ... ah, kluges Kerlchen ... *einen mächtigen Schluck aus der Flasche nehm* ... werde ein Auge auf dich haben!
Nicht das es mich wirklich interessieren würde, aber es ist schön dich nach jedem Sieg jubeln zu sehen - weil ich weiß, daß das nicht von langer Dauer sein wird! Noch viel schöner aber ist jede Niederlage, die du einfährst, denn sie bringt dich ein Stück näher auf den staubigen Boden der Arenatatsachen zurück, und eins verspreche ich dir - noch magst du meine Brüder und Schwestern schlagen, kleine halbwüchsige Orks, aber .... *einen großen Schluck aus der Flasche nehm*.
Du solltest dich schämen, anstatt dich daran zu erfreuen ... Du kannst von Glück reden, daß die Arenawächter mir einen Kampf mit dir verwehren - gegen dich würde ich sogar in meinem Fellunterkleid antreten harharharharrrr *Flasche ansetz* ... Was, schon leer? Hmm ... *Zweite Flasche aufmach* ... Ich würde dich zermalmen ... *Schluck nehm*.
Du machst dir nun schon Gedanken um Kratzerchen an deinen Knöcheln? Was soll das werden, wenn du in den 30er Levelbereich kommst? Weinst du dann? Ich trinke auf dich und deine Wunden! *trink* ... Was, wenn du es bis 50 schaffst? Soll ich dir dann gar meine breite Schulter zum Troste anbieten? Und wenn du auf Grund deiner Sturheit vielleicht sogar in die 70er kommst? Was machen wir dann? Die Arenaputzkolonne rufen? Damit sie das zusammen kehren können, was von dir noch übrig geblieben sein wird? Harharharharrrrr ... *mächtige Schlucke aus der Flasche nehm* ...

Glaube nicht, daß mir nicht von zuverlässiger Seite - *grinsend mit einem kleinem rosafarbenen Stück Pergament wedel* - zugetragen worden ist, wie du gestern Abend in Gedanken versunken warst und leise murmelnd an dir gezweifelt hast ... ZU RECHT!!! Woher ich das weiß? *Flasche ansetz* Mir entgeht nichts harharhar!

Brüder und Schwestern der Orks, rüstet auf und wenn dieser Elf euch jemals in der Arena angreifen sollte, dann lasst eure ganze Stärke walten und werft ihn nieder!!! Erst wenn der Elf irgendwann zur Vernunft gekommen sein sollte, dann meine lieben Brüder und Schwestern, erst dann können auch wir Orks wieder ruhig schlafen, denn erst dann wird kein Möchte-gern-Ork mehr unseren Ruf besudeln ...
Ich, der mächtige Teufel Beastlog, garantiere euch: dieser Elf wird untergehen - mit oder ohne Waffe!

Hmmm, die Flasche scheint nicht nur ein Loch zu haben *den Boten des "Met auf Rädern"-Service mißtrauisch beäug, der immer noch neben mir verweilt und seine Hand so komisch aufhält* ... Hast du mir etwa meinen Met ausgetrunken???
Der Bote sagt zögerlich "Nein, Herr Beastlog, das wart ihr". - WILLST DU MIR ETWA SAGEN, DASS ICH EIN SÄUFER BIN?
Der Bote: "N..Nein, oh großer Beastlog ... ich bin sicher die Flasche war sicher nur ähm kaputt ... ich eile eine neue zu holen, mein Herr, die geht natürlich aufs Haus ..." - Weg ist er ... nehme ich derweil einen Schluck aus der dritten Flasche ...

Darauf stoße ich nun also an, meine Brüder und Schwestern ... auf das der Elf in die Knie gehen möge *rüüüülps* ...
Ich glaube, ich vertrage nicht mehr so viel wie früher ... nach zwei äh einer halben Flasche Met ... ich sollte mich ein wenig hinlegen...


Tag 3 – Arek

In einer meiner Kampfpausen beobachte ich meinen Halbbruder Artea bei seinen Kämpfen. Auch wenn sein Kampfstil aufgrund seiner elfischen Herkunft etwas eigenwillig ist, so ist es doch schön anzuschauen, wie er seine schwer bewaffneten Gegner geschickt ausmanövriert und ihnen mit Tritten in die Kniekehlen und Schlägen gegen die wenig geschützten Stellen zusetzt. Manche seiner Treffer schicken das Opfer sogar eine Weile benommen zu Boden. Er ist gut, doch er macht sich etwas zu viele Gedanken über das Gerede der Leute. Nun ist die Zeit gekommen, dass er sich seinen Platz in der Arenahierarchie erkämpft, genau wie ich es einst tat. Aber das muss er allein schaffen, mehr als ein paar Ratschläge kann ich ihm nicht geben. Wie heißt es doch so schön „viel Feind, viel Ehr“, das kenne ich nur zu gut selbst.

Aus den Augenwinkeln bemerke ich eine Gestalt auf den Zuschauerrängen zu meiner Rechten. Beastlog. Auch er beobachtet Artea und scheint sich dabei prächtig zu amüsieren. In der Hand hält er eine große Flasche Met und vor ihm stehen sogar noch zwei weitere … disziplinloser Trunkenbold. Den einzigen Titel, den dieser Kerl verdient, ist „Größter Säufer der Arena“ … eine Schande für das gesamte Ork-Volk. Und da behauptet er, Artea wäre eine für das seine. Angewidert wende ich meinen Blick ab und beobachte lieber, wie Artea unten in der Arena gerade einen Ork aufs Kreuz legt. Irgendwann wird sogar er diesen verkommenen Säufer schlagen können, da bin ich mir sicher. Aber bevor es soweit ist, werde ich selbst noch dieses Vergnügen haben, da kann sich dieser Beastlog schon einmal an seinen Platz rücklings auf dem sandigen Arenaboden gewöhnen. Fast zärtlich streiche ich bei diesem Gedanken über meine Waffe und ein leises Lächeln huscht über mein Gesicht.


Tag 3 – Artea

Der heutige Tag geht leider nicht so locker weiter, wie der letzte endete, wäre ja auch zu schön gewesen. Ich stoße nun abermals in das Gebiet der Lvl 30+ Chars vor. Ab diesem Moment muss ich meine Angriffe teilweise auf +2 und +3 Gegner einschränken. Aber das ist wohl bei jedem Durchlauf das Gleiche, da muss ich mich einfach durchbeißen. Genau das tue ich dann auch und erreiche am Abend Lvl 28.

Ich drehe noch eine Runde über den Marktplatz. Da steht der Buchmacher mit seinem Karren und verkündet lautstark seine nächsten Wetten. Nicht schon wieder …
Ich trete etwas näher, um zu erkennen, was er diesmal ausgeheckt hat. Es sind insgesamt 7 Wetten, für mich allerdings wesentlich schwerer zu erfüllen als das letzte Mal. Das schlägt sich denn auch in den Wetteinsätzen nieder. Zwei der Wetter sind alte Bekannte, der Elite3, der mir schon das letzte Mal den Gewinn zugetraut hat und … die rosa Gestalt. Hmmm … eigentlich wollte die doch gar nicht mehr wetten und nun setzt sie schon wieder alles auf Niederlage? Den dritten kenne ich nicht, ein Artgenosse, der aber anscheinend auch nicht glaubt, dass ich es schaffe. Mit einem merkwürdigen Gefühl kehre ich zurück in meine Unterkunft, wie soll ich das diesmal bloß alles schaffen …

Als ich mich in meiner Kammer schon zur Ruhe begeben will, klopft es an der Tür. Wer könnte zu so später Stunde noch etwas von mir wollen? Widerwillig springe ich aus dem Bett und öffne die Tür, es ist niemand da. Ich sehe gerade noch einen Schemen um die Ecke huschen und das Aufblitzen eines rosa Umhangs. Verwundert blicke ich der Gestalt hinterher und will ihr schon nachsetzen, als mein Blick auf das fällt, was vor meiner Tür liegt. Es ist ein Streitkolben, vorsichtig hebe ich ihn auf. Er ist aus Kupfer und wahrlich meisterhaft gearbeitet, allerdings irritiert mich der rosa Plüschbesatz am Griff etwas. Ich kann ihn demnächst tatsächlich gut gebrauchen, denn verzauberte Talismane sind ein nützliches Accessoire. Doch ich kenne nur eine Person, die in solch rosa Gewänder gekleidet in der Arena kämpft und diese war mir bisher nicht freundlich gesonnen. Was treibt diese Gestalt nur für ein Spiel?


Tag 4 – Garik der Rüstungsschmied

Die Taverne! Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal hier war… Diese verdammten Materiallieferanten sind schon wieder unzuverlässig, doch das gibt mir endlich die Gelegenheit, von meiner hitzigen Schmiede und dem staubigen Arenaboden etwas Abstand zu bekommen. Ich setze mich in eine ruhige Ecke, bestelle eine große Flasche Met und beobachte das rege Treiben.

Artea, diese waffenlose Dryade, scheint hier ein großes Thema zu sein… Nachdem ich sie anfangs nicht ernst nehmen konnte, gehört sie nun zu meinen Stammkunden. Eine Dryade! Normalerweise habe ich mit dieser Rasse nur in der Arena zu tun. Ich staunte nicht schlecht, als sie vor einiger Zeit vor meiner Schmiede stand und eine meiner besten Rüstungen bestellte. Damals war sie noch eine bewaffnete Nymphe, aber jetzt? Keine Waffen? Die ist doch verrückt. Ihre ersten Kämpfe in der Arena erscheinen aber vielversprechend. Sie hat auch schon eine hochwertige Stahlrüstung bestellt, doch dieses Mal lasse ich mir etwas ganz Besonderes einfallen… Sie trägt keine Waffe, also wird dadurch ihr Armpanzer zu ihrer Waffe. Ich werde versuchen, kleine Stahlspitzen an diesen anzubringen, mal sehen was die Arenawächter davon halten… Wenn dieses Vorhaben nicht gelingt, so werde ich doch zumindest alle anderen Rüstungsteile mit Stahlspitzen versehen. Artea wird dann nie wieder von den Gegnern ausgelacht werden, der Anblick dieser Rüstung wird sogar die sonderbaren Untoten und übel riechenden Orks erzittern lassen!

Tief in meine Pläne versunken unterbricht mich plötzlich einer meiner Boten. Die Lieferanten seien endlich da! Das war’s mit meiner kleinen Pause, mein mehr als volles Auftragsbuch verhindert weitere Verzögerungen. Bisher hatte ich nicht einmal die Gelegenheit den Buchmacher zu besuchen um eine Wette abzugeben, der Erfolg der Dryade erscheint mir aber sowieso noch fragwürdig. Eines ist aber sicher: Die Rüstung wird an einem Scheitern keine Schuld tragen, dafür werde ich schon sorgen…
Schade um die noch fast halbvolle Flasche Met, ich sollte mir häufiger eine Auszeit in der Taverne gönnen, oder vielleicht nehme ich auch mal den „Met auf Rädern“- Service in Anspruch, von dem einer meiner Kunden, offensichtlich noch immer betrunken, heute schwärmte.


Tag 4 – Artea


Mit Lvl 29 geht es endlich aufwärts, nun sind +3 und +4 Gegner wieder gut schaffbar. Den ersten kleinen Knackpunkt, die 30er Marke, überschreite ich heute auch und erreiche Lvl 34. Bisher läuft es mit Nahkampf nicht schlecht. Wenn ich das mit meinem Werdegang als Nymphe vergleiche, bin ich nur unwesentlich schlechter, was sicher auch auf das Mehr an Fertigkeiten zurückzuführen ist, die ich als Elite2 erlernen kann.

Den Knüppel, den mir die rosa Gestalt gestern vor die Tür gelegt hat, verzaubere ich heute und trage ihn bei den Kämpfen bei mir. Zu meiner Erleichterung fällt er weder bei dem Verzauberungsritual auseinander, noch scheint er irgendwelche Flüche zu enthalten. Einzig der rosa Plüschbesatz ist nach wie vor eine Beleidigung für meine Augen, aber vielleicht irritiert er ja meine Gegner ebenso wie mich.

Auf dem Marktplatz habe ich beim alltäglichen Tratsch vernommen, dass sich in den 30ern ein weiterer Str-Elf aufhalten soll. Neugierig mache ich mich auf die Suche und finde letztlich sogar gleich zwei von dieser Sorte, die anscheinend auch noch zur gleichen Sippe gehören. Ich fordere natürlich beide heraus, mit meinen 4 Leveln weniger kann ich sie gut schlagen. Als ich die Elfen nach ihrer Intention frage, warum sie sich denn ebenfalls für den Stärke-Weg entschieden hätten, bleiben sie allerdings stumm. Schade, ich hätte gerne meine Erfahrungen mit ihnen geteilt.
  #3  
Alt 24.03.2012, 08:22
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Argail Argail ist offline
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Tag 5 Der Buchmacher

Am Abend vor den zwei großen Markttagen bringe ich meinen Stand auf Hochglanz. Immer an den Wochenenden nimmt die Zahl meiner Kunden merklich zu, den dann strömen Handwerksgesellen und Bauern in die Stadt und auch die Bürger haben mehr Zeit, um sich dem Trubel auf dem Markt zu widmen oder am Schauspiel in der Arena zu ergötzen. Auch in der Arena selbst ist immer mehr los, weil auch die Recken, die unter der Woche nur wenig Zeit haben, dann ihre Kräfte messen wollen.

Ich denke über die letzte Woche nach und zwangsläufig schweifen meine Gedanken zu Artea und seine ersten Tage als Nahkämpfer. Die Wetten auf die Dryade sind nur verhalten angelaufen, aber das mag dem Umstand geschuldet sein, daß bei ihrem Erfolg als Nymphe längst nicht jeder sein Gold verdoppeln konnte. Hinzu kommt mit Sicherheit auch, daß die Besucher der Arena nur schwer seine Chancen als Nahkämpfer einzuschätzen vermögen - etwas derartiges gab es eben noch nie. Vielleicht werden die nächsten zwei Tage mein Geschäft etwas beleben.

Nachdem die Arbeit getan ist, beschließe ich mir selbst einen Blick in das Geschehen der Arena zu gönnen - viel zu selten läßt meine Arbeit solch Kurzweil zu. In der Arena angekommen studiere ich zunächst den Aushang mit der Ergebnissen des Tages ... auch heute scheint sich Artea erfolgreich geschlagen zu haben, immerhin hat er sich wiederum um drei Level auf 37 emporgekämpft. Etwas überrascht stelle ich allerdings fest, daß er momentan nicht in der Arena zu verweilen scheint. Das ist verwunderlich, denn er ist dafür bekannt, vom ersten Sonnenstrahl an bis in den späten Abend seinem blutigen Handwerk zu frönen.

Ich betrete die Katakomben der Arena. Die beiden Wächter am Eingang schauen zwar ein wenig mürrisch, denn eigentlich sind diese Gänge nur den Kämpfern und ihren Begleitern vorbehalten, dennoch halten sie mich nicht auf. Einer der Vorzüge als Buchmacher ist es, daß einem fast jeder in der Stadt einen Gefallen schuldig ist - oder natürlich auch die ein oder andere Münze. Dies öffnet mir fast jede Tür, so auch hier. Ich wandle durch die jetzt bereits von Fackeln erhellten Gänge, grüße das ein oder andere bekannte Gesicht - gerade bei den Menschen und Zwergen bin ich wohlbekannt, denn diese beiden Rassen huldigen mehr als allem anderen dem Golde und Gold ist schließlich mein Geschäft.

Ich passiere einen großen, blumengeschmückten Raum voller Elfen, die mir eher mißbilligende Blicke zuwerfen, hat sich dieses Volk doch eher der Weisheit als dem Gewinn verschrieben. Nach einem kurzen Gespräch mit einem mir schon lange bekannten steinalten Zwergenmeister, dessen Bart fast so lang wie er selbst ist, komme ich zum Hauptlager der Orks und betrete es. Man ignoriert mich mehr oder weniger. Zwar habe ich auch hier so manchen Kunden, aber bei den Orks zählen nur Muskelkraft und Kampfgeschick - beides nicht unbedingt meine Stärken. Nun, auch wenn mir die Orks nicht allzu viel Achtung entgegenbringen ... ich achte ihr Gold und davon haben sie reichlich, also sei es drum.

In den Räumen der Orks riecht es nach Blut, Schweiß und - besonders penetrant - diesem zähen Brei, der ihnen Kraft und Stärke verleiht, für mich aber immer ein wenig Ähnlichkeit mit dem Mörtel hat, mit dem die Menschen ihre Häuser errichten ... die Geschmäcker sind wahrhaftig unterschiedlich. Ich halte Ausschau nach Artea, kann ihn im Hauptraum aber nicht erblicken. Ein uralter Balrog, von dem ich weiß, daß man ihm nachsagt, er habe früher selbst einige merkwürdige Kampfestechniken ausprobiert, fixiert mich. Er weiß offensichtlich sehr genau, wer ich bin und erschreckenderweise scheint er ebenso genau zu erahnen, warum ich hierher gekommen bin. Sein Kopf ruckt leicht nach links, wo ein Gang in der Mauer verschwindet.

Dies wird wohl ein Wink gewesen sein, dem ich gerne folge und so betrete ich den Gang, der offenkundig unter den Mauern der Arena hindurch in einen Hof führt, der außen an die Arena anzugrenzen scheint. Auch dort lungern einige Orks herum. Am Ende des Hofes steht ein recht prächtiger Apfelbaum und in seinem Schatten sitzt etwas abseits von allen anderen ... Artea.

Ich lasse mich, als wäre es das normalste von der Welt, bei einigen Wasserfäßern nieder, greife mir ein Stück Pergament und tue so, als ob ich einige Notizen machen würde ... wer von diesen Kämpfern vermag schon einen Lieferanten von einem Buchmacher zu unterscheiden.

Aus den Augenwinkeln beobachte ich Artea, der in ein großes Buch vertieft zu sein scheint, den Titel kann ich leider nicht erkennen. Neben ihm liegt ein weiteres, ledergebundenes Werk, auf dem Buchrücken sehe ich zwergische Runen. Mein Zwergisch ist grauenhaft schlecht, aber da Zwerge naturgemäß nur über Edelsteine, die Geschichte ihres Clans oder die Kampfeskunst schreiben und Artea zweifelsohne an den ersteren beiden Dinge wenig Interesse hat, folgere ich, daß er die Aufzeichnungen alter Meister studiert, um seine Kenntnisse des Nahkampfs zu vervollständigen. Jetzt macht er sich eine Notiz, schüttelt den Kopf, streicht etwas durch, schreibt erneut ... ja, ich bin sicher, er arbeitet an seiner Vervollkommnung als Krieger mit der Faust.
Ich sehe auch, daß er sich feuchte Tücher um die Hände gebunden hat, es scheint mir fast, als ob ich auch Spuren von Rot sehen würde, was in der Arena immer Blut bedeutet. Nun ... wer in nur wenigen Tagen mehr als 400 bewaffnete Krieger in den Staub der Arena schickt und selbst nur gerade einmal um die 20 Niederlagen einstecken muß, der hat zweifelsohne Anlaß, seine Hände zu kühlen ... nichts was mich verwundern sollte.

Nach einem letzten Blick auf Artea verlasse ich den Hof, bevor ich doch noch neugierige Blicke auf mich ziehe. Ich marschiere aus der Arena und zurück in Richtung Markt. Ich denke über das Gesehene nach ... Was habe ich heute erfahren? Wie kann sich dies auf mein Geschäft auswirken?
Artea war heute für seine Verhältnisse nur kurz in der Arena zu Gange - das vermag ein jeder dem Aushang der Arenawächter zu entnehmen, dafür kann es aber viele Ursachen geben. Was nicht jeder wissen kann ist, daß er zwar an den letzten, sehr erfolgreichen Tagen einige Blessuren davongetragen zu haben scheint, ansonsten aber bei bester Gesundheit und stark wie eh und jeh ist. Den Lappen um seine Hände muß man wie ich meine keine besondere Beachtung schenken, der Grund dafür, daß er heute nur kurz in der Arena war, ist zweifelsohne - daran zweifle ich nach nochmaligem Überdenken all dessen, was ich gesehen habe, nicht mehr -, daß er vor den nächsten etwa 15 Stufen seiner Karriere intensive Studien betreibt. Wer Artea als Nymphe oder auch jetzt als Dryade im Kampf gesehen hat weiß, mit welcher Akribie und Besessenheit er seinen Weg plant und da erscheint es nur sinnvoll, mitunter innezuhalten und einen Moment über die nächsten Schritte nachzudenken. Ich bin fast sicher, daß wir Artea auch an den nächsten zwei, drei Tage nur sporadisch in der Arena sehen werden können, denn wenn er sich vorübergehend dem Studium widmet, wird er das mit der gleichen Sorgfalt tun, mit dem er sich auch dem Kampfe hingibt.
Für mein Geschäft kann dies an den kommenden Markttagen ein interessanter Aspekt sein. Wer nicht wie ich den Fleiß aufbringt und sich über die Hintergründe einer Wette informiert, der mag vielleicht denken, daß Artea verletzt oder gar kampfesmüde sei, nur weil er einige Tage kürzer tritt. Nun gut, dies wird dann vermutlich einige Wetten gegen ihn bedeuten ... Soll mir recht sein, denn nachdem, was ich heute gesehen habe, bin ich mir fast sicher, daß ich selbst einige Münzen auf seinen Erfolg setzen sollte, denn je mehr ich über Artea nachdenke, um so mehr komme ich zu der Erkenntnis, daß er auf dem Weg ist, der größte Krieger zu werden, denn diese Arena jemals gesehen hat.

Ich komme an meinem Marktkarren an und begebe mich direkt zu Bett, dies war ein langer Tag. Bevor ich einschlummere, denke ich noch "Es ist schön, ein Buchmacher zu sein".


Tag 6 Die geheimnisvolle rosa Gestalt

Geschmeidig wie ein Wäschesack schwinge ich mich aus meiner Pritsche, dehne meinen Körper und werfe meinen rosafarbenen Umhang über.. Wie oft sich doch über dieses alte Kleidungsstück lustig gemacht wird.. ein kleines Lächeln umspielt meine Lippen; wäre es nicht die traditionelle Farbe der männlichen Nachkommen aus gutem Hause, könnten ungebildete Leute auf komische Ideen kommen. Aber was kümmert mich der Pöbel.. Was wohl Artea so treibt?

Ich verlasse mein Refugium und schaue mich in der Arena um. Artea scheint eine Pause einzulegen.. ob er wegen dem Rosa Plüschbesatz beschämt den Kampfplatz meidet? Bei seinem letzen Kampf gegen mich hat er nicht im Nahkampf angegriffen und dennoch sowas von Verloren >:] Und doch ist sein Mut zu bewundern.

Ich werde ihn weiter unterstützen, denn nur wer hoch steigt fällt um so tiefer! Ich verlasse mich auf die Macht der Intelligenz und darauf, dass diese Erkenntnis auch zu der irren Dryade durchdringt!


Tag 7 – Artea

Die letzten Tage habe ich mich zurückgezogen den Studien alter Meister gewidmet, um meine Künste zu vervollkommnen. Außerdem wollte ich mich ein paar Tage ausruhen, um „Anlauf“ für den jetzt folgenden Ansturm Richtung Lvl 50 und damit in den Bereich der Elite1 zu nehmen.

Nachmittags klopft der Rüstungsschmied bei mir an und stellt mir die ersten Teile seiner neu entworfenen Stahl-Rüstung vor. Die Stacheln sehen richtig Furcht erregend aus, aber das gefällt mir. Damit wird keiner mehr über mich lachen!
Nachdem der Schmied wieder gegangen ist, lege ich die Bücher endgültig zur Seite, es ist Zeit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.

Ich begebe mich also noch für ein paar Stunden in die Arena und kämpfe mich auf Lvl 41 empor. Die +3 und +4 Gegner klappen recht problemlos, ab Lvl 40 läuft es sogar noch besser, ich bin für diesen Tag schon recht zufrieden mit mir.


Tag 8 - Der Buchmacher

Nach einem langen und arbeitsamen Wochenende auf dem Markt will ich heute wieder ein wenig Kurzweil in der Arena suchen - und nicht zuletzt natürlich auch nach der jüngsten Entwicklung Arteas forschen. Ich bin gespannt, ob sich meine Erwartung erfüllt hat, daß er sich nach einer kurzen, dem Studium geschuldeten Auszeit, wieder mit Eifer in die Kämpfe stürzen würde.

In der Arena gönne ich mir ein paar frittierte Otternasen und studiere zunächst die Ergebnisse des Vortages: Wie von mir vermutet, sehe ich recht weit oben auf der Rangliste den Namen Artea und die für ihn nicht unüblichen mehrfachen Levelaufstiege an einem Tag ... er scheint gestern wieder weitestgehend in das Kampfgeschehen eingegriffen zu haben und war offensichtlich in bester Form. Aktuell steht er bereits auf Level 46.

Ich blicke mich suchend in der Arena um und meine an einer etwas weiter weg gelegenen Stelle Artea zu erkennen ... ja, er muß es sein, gut zu erkennen am stetigen Strom der Arenawächter, die alle paar Minuten einen verletzten Gegner vom Felde tragen - nur selten müssen sie hingegen bei Artea Hand anlegen.

Ich begebe mich etwas näher an die Szenerie heran und verharre schließlich unmittelbar auf der Zuschauerempore oberhalb der Kämpfe. Direkt unter mir stehen einige Arenawächter und ich komme nicht umhin zu hören, wie sie sich über eine neue Rüstung für Artea unterhalten, welche anscheinend heute geliefert worden zu sein scheint ... Aus einem völlig neuen Werkstoff soll sie gefertigt sein und mit Stacheln versehen!

Erneut stelle ich fest, daß diese Dryade auch zukünftig für so manche Überraschung gut sein wird ... ich werde sicherlich auch in den nächsten Tagen und Wochen regelmäßig in der Arena vorbeischauen, es lohnt sich ganz offensichtlich.

Für heute ist es jedoch genug, ich bin müde, meine harte Arbeit fordert ihren Tribut. Schnell verlasse ich die Arena in Richtung Markt und beeile mich, auf mein gemütliches Fell-Lager zu kommen.


Tag 9 – Missingno

Mir kam zu Ohren, die abgedrehte Dryade Artea sei in die Arena zurück gekehrt. Ich war schon fast soweit, dem allgemeinen Getuschel in der Arena, er würde sich heimlich verdrücken wollen, glauben zu schenken. Doch er scheint im Gegenteil dazu nur kurz Luft geholt zu haben, um nun wieder regelrecht durch die Arena zu fegen.

Er ist gar nicht mehr weit von mir entfernt und ich bin mir unsicher, ob ich mich nicht sicherheitshalber für ein paar Tage aus der Arena zurück ziehen soll. Immerhin scheint das frische Blut an seiner Rüstung zum sehr großen Teil von seinen Gegnern zu stammen und ich selbst bin mehr für meine tadellose und *hust* unschlagbar günstige Runenarbeit bekannt wie für meine Kampfkunst.

Doch sei's drum, als - wie ich vermute, immerhin ist er eine Dryade - Freund der guten Gerüche wird er sich mit etwas Glück eh nicht in das nicht gerade für seine Reinlichkeit berühmte Ghul-Lager begeben. Da fällt mir ein: Eventuell kann ich ihn zusätzlich mit ein paar "wohlwollenden" Wetteinsätzen freundlich stimmen ... Was hab ich denn noch so an Ersparnissen?
Hmm, etwas mager im Vergleich zu den bisher getätigten Einsätzen ... Aber nicht jeder hier ist Großverdiener, außerdem zählt schließlich der gute Wille.

Nun packe ich also den Großteil meiner Ersparnisse und begebe mich zum Buchmacher. Auf dem Weg dorthin geht mir durch den Kopf, dass es sich bereits letztes Mal ein klein wenig gelohnt hat auf den Erfolg Arteas zu setzen und mir die Wetteinsätze so vllt sogar auch finanziell einen kleinen Vorteil bescheren könnten … Na, wollen wirs mal hoffen:

"Grüß dich, Buchmacher!"


Tag 9 – Artea

Heute werde ich den Bereich der Elite1 erreichen, doch zuvor muss ich mich noch ein wenig nach vorn kämpfen. Mit Lvl 48 beschließe ich, das erste Mal einen Elite1 anzugreifen – genau wie damals als Nymphe, auch wenn es dort noch gehörig schief gegangen ist.

Diesmal bin ich besserer Dinge, die Rüstung sitzt, eine Waffe habe ich sowieso nicht in der Hand, also kann es losgehen. Inzwischen kenne ich auch ein paar schwache Chars, die immer noch in dieser Lvl-Region verweilen und kann diesmal sehr gezielt vorgehen. Mein erstes Opfer ist dann auch gleich ein +3 Oger, den ich gut schlagen kann. Bis Lvl 49 kämpfe ich mich gegen +3 bis +5 Gegner nach oben. Ein paar wenige Niederlagen muss ich einstecken, doch das stört mich nicht weiter. Am Ende des Tages kann ich sogar einen Sieg gegen eine +6 Nymphe erringen!

Zufrieden mit meinem Tagwerk gönne ich mir noch einen Besuch in der Taverne, bei dem ich mir diesmal nicht meinen Frust wegtrinken, sondern auf meine Siege anstoßen kann. Ob das so weiter laufen wird? Heute mache ich mir zumindest keine Gedanken mehr darüber.


Tag 10 – Beastlog


Uiuiui ... nun hat er es endlich doch geschafft, Level 52. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viele Münzen mich das gekostet hat, ich habe sogar auf die ein oder andere Flasche Met verzichten müssen - bzw. den billigen aus Fliegenhonig *hust*.

Artea, glaubst du wirklich, du kommst ohne Hilfe da hoch?
Moment, hier fehlt doch was ... *am Kopf kratz* ... hmmm ... ja richtig! Met, ich brauch Met ... *nach dem Boten des „Met auf Rädern”- Service Ausschau halt* ... Du da! Bote! Gib mir ei... äh zwe... ich meine natürlich vier Flaschen deines besten Mets!
Was - 15 Silber 69 Kupfer? So gut ist der nun auch wieder nicht *grummel*. Hier hast du 15 Silber 70 Kupfer du Halsabschneider, den Rest kannst du behalten harharhar ...
Man bin ich heute wieder großzügig, viel zu gutmütig ... erst mal nen großen Schluck aus der Pulle nehmen!
So, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja ... Level 52 ist das Scheisserle nun schon harharhar.

Nun gut, wie schon gesagt musste ich einige hier in der Arena bezahlen, damit sie dich passieren lassen, sonst wärst du doch schon lange eins mit dem sandigen Arenaboden harharhar ...
JETZT meine kleine komische Dryade, jetzt beginnt der Ernst! Solltest du es bis 70 schaffen, dann will ich eine Woche mit einem „Pinken Puschel aus Stahlwolle“ angreifen ... Harharharharrrrr!
Danach werde ich das an jemanden verlosen, der hier beim Buchmacher siegreich eine Wette laufen hatte - bloß gut, daß ich mir sicher bin, daß du nie soweit kommen wirst *einen großen Schluck aus der Flasche nehm*.

Das wird ein Spaß, dir weiterhin dabei zuzuschauen, wie du jetzt richtig vermöbelt wirst.
Ein paar bestochene oder schon halb tote ärmliche Normalos kann jeder vermöbeln, Elite eins vielleicht auch noch, alles eine Frage des Geldes ... aber jetzt harharharharr ...
*rüüüüüülps*
Auf dich Artea, auf dich und deinen Untergang!

Geändert von Armand (25.03.2012 um 18:06 Uhr)
  #4  
Alt 03.04.2012, 02:35
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Tag 14 – Artea

Die letzten Tage habe ich mich bewusst mehr dem Kampf gewidmet als dem Schreiben schöngeistiger Worte. Entsprechend schnell ging auch der Aufstieg: über Lvl 56, 59, 61 bis heute auf Lvl 66!

Mit Lvl 60 konnte ich endlich die schöne neue Stachelrüstung anziehen, die mir der Rüstungsschmied angefertigt hat. Sie macht sich im Kampf sehr gut bezahlt und ich konnte mit Lvl 61 meinen ersten +8 Gegner schlagen. Obendrein sehe ich nun wesentlich furchteinflößender aus.

In den Gassen munkelt man, der Teufel Beastlog habe im Suff gesagt, er würde sein Schwert gegen ein pinkes Puschel eintauschen, wenn ich Lvl 70 erreiche. Nun denn, er sollte sich lieber schon mal mit seiner neuen „Waffe“ vertraut machen, denn ich werde die nächsten Tage diese Marke überschreiten. Grinsend stelle ich mir in Gedanken vor, wie der Teufel mit dem Puschel auf seine lachenden Gegner einschlagen wird.


Tag 14 - Der Buchmacher

Das waren anstrengende Tage! Erst der große Markt am Wochenende und dann hatten sich unlängst auch endlich wieder einige Wetter eingefunden, die ihr Glück mit Vorhersagen auf Arteas Schicksal machen wollten ...

Apropos: Artea hat sich wie mir scheint etwas gewandelt, jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre er nicht mehr der entschlossene jedoch immer auch noch lebenslustige Nymph, der gutgelaunt in die Arena stürmt und seine Gegner reihenweise abschlachtet. In den letzten Tagen ging er zwar wie immer hochkonzentriert, aber eben auch etwas zu stoisch seiner Berufung nach ... vielleicht ist das der Preis, den man zahlt, wenn aus der Nymphe eine Dryade wird oder anders gesagt aus dem Jungen ein Mann. Ja, Artea wird erwachsen ...

Wie dem auch sei ... Höhepunkt der Woche war jedoch zweifelsohne ein anderes Geschehnis - genaugenommen waren es derer sogar zwei!

Gestern Abend tauchten zu nachtschlafender Stunde kurz nacheinander Boten der beiden mächtigsten und reichsten Kämpfer der Arena an meinem Wagen auf - beide beladen mit je einer großen Kiste voller Münzen! Als Buchmacher ist man natürlich an den Anblick gewisser Schätze gewöhnt, aber laßt euch versichern, ein Berg von Silber und sogar ein Haufen voller Gold sind auch für meinen Berufsstand kein alltäglicher Anblick. Die Bediensteten drückten mir noch jeweils ein Pergament mit ihren Wetten in die Hand und verschwanden schnell wieder im Dunkel der Nacht.

Diese beiden Kämpfer sind wirklich interessante Gestalten ... Einerseits sind sie ohne jede Frage mächtige und furchterregende Recken, andererseits sagt man ihnen nach, daß sie einen gewissen Hang dazu hätten, ihre Kämpfe gegeneinander abzusprechen - eine in der Tat anrüchige Geschichte.
Nun sind die Großen und Mächtigen unserer Zeit natürlich immer solchen Vorwüfen ausgesetzt und ich neige nicht dazu, solchen Geschichten all zu viel Gehör zu schenken ... andererseits spricht der Volksmund nicht ohne Grund davon, daß immer auch ein Körnchen Wahrheit in jedem Gerücht liegen soll ;)

Ich begebe mich auf meinen Stand um die letzten Wetten einzutragen und betrachte dabei auch die Pergamente der beiden großen Kämpfer (von denen einer seinen illegitimen Bruder vorgeschickt zu haben scheint^^) - und nun stiehlt sich ein Lächeln in mein Gesicht. Ich weiß nicht, ob sie nun Absprachen treffen oder auch nicht, aber eines weiß ich nunmehr ganz genau: vielleicht ist der Ausgang ihrer Kämpfe abgesprochen, die Kämpfe selbst aber sind es definitiv nicht, diese beiden Streiter kämpfen ernsthaft gegeneinander und ziehen jeden Schlag mit voller Kraft durch ... und genau dabei scheinen sie einander wohl doch das ein oder andere mal zu oft an ihrem edlen Kopf getroffen zu haben, denn anders kann ich es mir nicht erklären, daß sie offenkundig nicht bedacht haben, daß sie 10% Gebühr entrichten müssen und daß dieser Betrag um ein Vielfaches höher ist als alles, was andere kleine Wetter gegen sie gewettet haben - und das wenige Stunden vor Schluß dieser Wette. Sollten sie also ihre Wette gewinnen (und davon gehe ich fast aus), werden sie eine Summe Geld verlieren, die ungefähr dem Jahreseinkommen eines durchschnittlichen kleinen Fürstentums entspricht :D

Faszinierend ... nach dem Debakel während der Wetten zur Nymphe hätte ich vermutet, daß die Wetter diesmal etwas mehr Gedanken an ihre Einsätze verschwenden - offensichtlich ein Irrtum. Ich habe Schwierigkeiten mein Lächeln aus dem Gesicht zu bekommen ...

Schreiend vor Lachen springe ich von meinem Markstand, eile zum nächsten Busch und erleichtere mich in hohem Bogen in ebendiesen, bevor ich mir vor Lachen noch meine Beinlinge einnässe. Lustige Gesellen trifft man in der Arena!


Tag 15 & 16 - Der Buchmacher

Gestern

Faszinierende Geschehnisse haben sich gestern und heute in der Arena ereignet ... fast bin ich mittlerweile froh, nach der letzten Wettrunde nicht in die nächste Stadt weitergezogen zu sein!

Gestern morgen begab ich mich in aller Herrgottsfrühe vor die Tore der Stadt, um mich mit einem mir schon länger bekannten Zwergenmeister aus einem fernen Lande zu treffen, der mir ein Beutelchen glänzender Juwelen aus seiner Heimat ... aber das geht nun wirklich niemanden außer ihm und mir etwas an ;)

Sei es wie es sei - jedenfalls war ich mit dem ersten Hahnenschrei zurück in der Stadt. Deutlich zu früh, um meinen Stand zu öffnen, beschloß ich ein Frühstück in der Taverne einzunehmen und sodann auf dem Weg zum Markt noch einen schnellen Blick in die Arena zu werfen, um vielleicht das ein oder andere neue Gerücht aufzuschnappen ... Der Tag zog erst langsam herauf und die Strahlen der Sonne hatten den Sand der Arena noch nicht erreicht, sodaß ich die ersten Kämpfer in der Arena kaum bei ihren Aufwärmübungen erkennen konnte. Nur aus einer etwas abseits gelegenen Ecke der Arena konnte ich bereits deutliches Waffengeklirr vernehmen und nachdem ich einige Ränge nach unten geklettert war, sah ich - warum hat mich das eigentlich nicht wirklich überrascht ... - unsere Dryade Artea, die sich mit einiger Mühe der Feuerbälle einer im Range deutlich höhergestellten Dryade erwehrte!

Der Kampf dauerte offenkundig noch nicht lange an, dennoch schien mir Artea bereits ganz ungewohnt in einiger Bedrängnis zu sein. Er gab laute Schreie von sich und versuchte die Feuerbälle mit den Händen abzuwehren oder sich unten ihnen wegzuducken. Als dann seine Rüstung noch einen Volltreffer abbekam und im Halbdunkel erglühte, vermutete ich fast, Zeuge einer seiner seltenen Niederlagen zu werden - doch urplötzlich stürmte Artea nach vorne und griff die andere Dryade mit einer Art Halbkreistritt an. *WUMMS* ... die Feuerdryade fiel schlagartig in sich zusammen und ich realisierte erst wirklich, was ich soeben gesehen hatte, als einige Arenawächter hektisch auf die im Staub liegende Dryade zueilten und versuchten, diese wiederzubeleben.

Mein Blick schwenkte zur Anzeigetafel der Arena und als ich sah, was dort soeben offiziell niedergeschrieben wurde, wurde mir schlagartig bewußt, daß soeben die erste Wette entschieden worden war - Artea hatte einen Elite2 Level 70+ geschlagen, der nicht nur 4, sondern sogar 6 Level über ihm gelistet war.



Ich war mir sicher und bin es mir auch heute noch, daß dieser Kampf in die Annalen der Arena eingehen wird!

Festzuhalten ist noch, daß Artea an jenem denkwürdigen Tag noch so manch anderen Elite 2 niederwarf und am Abend selbst Level 68 erreichte.

Heute

Während ich mich meinem Tagwerk widme, denke ich immer wieder einmal an die gestrige Sensation. Heute Abend werde ich die erste Wette offiziell als von der Dryade gewonnen deklarieren und dann in den nächsten Tagen die entsprechenden Auszahlungen vornehmen.
Bei diesem Gedanken stiehlt sich wieder ein geradezu unverfrorenes Lächeln auf mein Gesicht und ich denke an die beiden großkopferten Kämpfer, welche es unlängst in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gerade noch so vor Ende der Wettannahmen geschafft haben, beeindruckende Massen an Münzen auf diese Wette hier zu setzen, um im Falle eines Gewinns einen ebenso beeindruckenden ... nun ja ... Verlust einzufahren :D

Des Abends gönne ich mir ein Tröpfchen Met in der Taverne. Die Stimmung dort ist gerade zu losgelöst und ich erfahre, daß Artea heute nochmals für Bewunderung gesorgt hat, weil er Level 70 erreichte. Was die Menschen hier aber wirklich in eine fast schon rauschartige Euphorie versetzt, ist der Umstand, daß Beastlog - also eben genau einer der beiden Top-Kämpfer, an die ich heute hatte denken müssen - vor einigen Tagen großmäulig verkündet zu haben scheint, daß er eine Woche mit einem "Pinken Puschel aus Stahlwolle" in der Arena antreten würde, wenn Artea jemals Level 70 erreichen würde ...

Ich stelle mir einen Teufel mit einem Pinken Puschel in der riesigen Hand vor ... mal ehrlich, daß das Puschel aus Stahlwolle ist, wird es nicht herausreißen :D

Just in diesem Augenblick betritt Artea die Taverne, ihm folgend sein Halbbruder Arek, selbst ein recht erfolgreicher Teufel. Das Grinsen der beiden ist in seiner Breite eigentlich nur mit "Stadttor" treffend zu umschreiben und mir ist sofort klar, daß die Gerüchte dieses Abends keine Gerüchte, sondern bittere Wahrheit für Beastlog sind.

Hinter Arek drängen sich noch einige junge Orks in die Taverne, offensichtlich gehören sie zu seinem Gefolge. Bester Laune und fröhlich lachend - korrekterweise sollte ich wohl "fröhlich grunzend" sagen, bestenfalls das ebenso für seine eher stoischen Gefühlsausbrüche bekannte Menschenvolk der Sachsen wäre in der Lage, aus diesen Lauten ein Lachen herauszuhören - werfen sie einige kleine Pergamente in die Luft, die ich sofort als Ergebnismitteilung der Arenawächter erkenne. Ich fange einen solchen Zettel auf und lese "Arek mit Streitkolben aus Platin schlägt Beastlog mit Pinkem Puschel aus Stahlwolle".



Es ist kaum zu glauben, Artea und Arek scheinen Beastlog heute dessen Spott mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt zu haben. Vielleicht mag dieser noch geglaubt haben, er könne sich eine Woche mit seinem Pinken Puschel in einer Ecke der Arena verbergen ... nun, dies war offenkundig ein Irrglaube, die beiden Brüder haben dafür gesorgt, daß die Pein Beastlogs umfassend ist. Artea auf Level 70, Beastlog mit Pinkem Puschel geschlagen unter dem Kolben Areks - und die ganze Stadt Zeuge dessen.
Ich gestatte mir ein kleines Grinsen und denke daran, daß auch ich heute Abend noch meinen kleinen bescheidenen Beitrag leisten werde, wenn ich Beastlogs "Gewinn" verkünden werde ... der arme Teufel hat es dieser Tage wirklich nicht leicht :p

Gut gelaunt und diverse winzige Becher Met später begebe ich mich zu meinem Marktkarren. In Beastlogs Haut möchte ich derzeit wirklich nicht stecken und sechs weitere schmachvolle Tage liegen ja noch vor ihm ...

Ich frage mich, ob er dies auf sich sitzen lassen wird. Man munkelt, daß er gute Beziehungen zu manch geheimnisvoller Gestalt haben soll und sicherlich Artea noch einigen Ungemach bereiten könnte ... Doch was soll es, heute ist das Leben schön und solange Beastlogs geheimnisvolle Gestalten keine pinken Umhänge tragen ... Lachend begebe ich mich zu Bett.


Tag 23 - Beastlog

Eine schlaflose Nacht.

Eine Woche Schmach ... "Pinke Puschel" ... nicht mal in meiner Lieblingstaverne konnte ich mich blicken lassen.
Eine ganze Woche ...
Artea ... sollte ich diese Elfe wirklich derart unterschätzt haben? Er ist nun Level 75, das heißt, es sind noch 15 Level bis zum großen Triumph - oder doch bis zum tiefen Fall?
Leicht werden die letzten Level für Artea nicht, aber ich sollte mich ein wenig zurückhalten, was lautstarke Äußerungen über seinen Erfolg oder Nichterfolg angeht.

Diese Schmach ... nicht mal der beste Met kann diese Pein lindern. Ausgelacht, verspottet und erniedrigt - ich, Beastlog, der mächtige Teufel!
Ich kenne diese Pein, selbiges ist mir schon einmal passiert, nur damals ...
GEHT WEG IHR GEDANKEN!!! Weg aus meinem Kopf!

Was tun? Erfordern besondere Zeiten vielleicht auch besondere Lösungen?
Artea, nur ein Elf ... Ich sollte mich auf meine Bettstatt begeben, Unachtsamkeit ist das Letzte, was ich mir in der Arena erlauben darf!
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  #5  
Alt 13.04.2012, 00:56
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Ein Teufel am Abgrund? Oder doch der Weg zur Besinnung?
Verpassen sie nicht die nächste Folge, wenn es wieder heißt:
Die irre Dryade
  #6  
Alt 30.04.2012, 00:38
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Wochen später - Der Buchmacher

Geraume Zeit ist vergangen, seit mich ein Fieber niederwarf ...

Meine Gesellen führten die Geschäfte in meinem Namen fort, viel gab es aber ohnehin nicht zu tun, die Märkte der letzten Wochen waren wetterbedingt nicht gut besucht.

Von Artea ereilten mich ab und an Nachrichten aus der Arena, stets verkündeten sie Sieg um Sieg ... er ist seinen Weg stetig vorangeschritten.

Das letzte was für eine gewisse Aufruhr in den Tavernen der Stadt sorgte, war die Nachricht, daß Artea nunmehr zum Zeitvertreib e3-Kämpfer vor sich hertreiben würde, da die e2 ihm zu langweilig geworden wären ... überall fanden sich entsprechende Abschriften der bunten Bescheinigungen der Arenawächter, die von der Schmach der vormals so großmäuligen e3 Kund taten:


Auch vernahm man für eine Weile eine Moritat in den Tavernen und Spelunken der Stadt, die vom Ende einer geheimnisvollen rosa Gestalt kündeten. Niemand weiß genau, wer der fremde wirklich war oder wo er herkam - man weiß nur zu berichten, daß er immer in ein auffälliges rosa Gewand gekleidet war.
Manche halten ihn für einen Gönner von Artea, was den rosa Plüschbesatz erklären würde, den dieser eine Weile lang auf seiner Waffe trug. Andere wiederum meinen, daß er dem Umfeld von Beastlog zuzurechnen sei, denn schließlich sei dieser eine ganze Woche mit einem pinken Puschel in der Arena herumgeschlichen. Wieder andere meinen, daß er schlichtweg ein Meuchelmörder gewesen sein muß, denn sein rosa Cape wurde auffällig oft in der Nacht gesehen, wenn es um irgendwelche Ecken in der Dunkelheit verschwand.

Eines ist gewiss: wer auch immer diese Gestalt war, am Ende starb er den Tod der unzähligen Namenlosen, wie wir ihn fast täglich in den Armenvierteln unserer Stadt antreffen. Das letzte was man von ihm sah, war eine Ecke seines rosa Mäntelchens ... welches aus einer Jauchegrube hervorlugte, in der die Gestalt kopfüber ein wie man annehmen darf eher unerfreuliches Ende gefunden hatte. Hätte er im Leben mehr der richtigen Worte gefunden, wäre ihm vielleicht dieses stumme Ende erspart geblieben ... wir werden es nie erfahren.

Erfreulichere Nachricht kann ich indess von Beastlog verkünden: nachdem er sich nach einer Woche pinker Schmach zunächst völlig der Trunksucht hingab, erbarmten sich Artea und sein Bruder Arek seiner und begannen mit ihm gemeinsam in der Arena zu trainieren.
Auch wenn Beastlog wohl nie die Brilianz eines Artea erreichen wird, ist er nunmehr nur noch selten in der Taverne anzutreffen und hat zu alter Form in der Arena zurückgefunden ... es bleibt zu wünschen, daß er auch weiterhin den wiedererlangten Tugenden des Kriegers folgt.

Wie auch immer ... am Ende kam es wie es kommen mußte, Artea feierte seinen wohlverdienten Triumph als Nahkämpfer in der Arena und erreichte Level 90 und damit die Berechtigung zur Opferung zum e3:


Ich will euch nicht mit Details zu den Wetten langweilen, diese könnt ihr an meinem Marktstand nachlesen - nur soviel sei gesagt: Artea gewann alles, was zu gewinnen war.

Er hat heute verkündet, daß er auch als Elementar weiterhin den Weg eines Stärke-Kriegers einschlagen wird und wer würde jetzt noch Zweifel daran haben, daß er wiederum erfolgreich sein wird ...

Ich glaube nicht, daß ich wiederum Wetten auf seinen Erfolg werde platzieren können, zu übermächtig war sein Weg als e1 und e2, außerdem wird es Zeit für mich weiterzuziehen ... die Heimat eines Buchmachers ist schließlich sein Wagen und die Straße von einer Stadt zur nächsten. Dennoch werde ich die Wochen in dieser Stadt nie vergessen und gerne im nächsten Jahr wiederkehren, die Zeit hier war zweifelsohne etwas ganz besonderes.

Ein letztes mal begebe ich mich spätabends auf den Weg in die Arena. Ich überquere den großen Sandplatz und nähere mich den Quartieren der Kämpfer. An einer schweren Holztür hängt ein Schild - "Artea" ist dort zu lesen.

Ich lege ein kleines Bündel vor seine Tür. Er muß nicht wissen, von wem das Bündel ist, aber dieser Recke hat den Inhalt mehr als jeder andere Kämpfer verdient, den diese Arena jemals gesehen hat ... möge ihm das in Leinen eingewickelte Ehrenzeichen eine würdige Erinnerung an seine Heldentaten sein!




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